Helft Euren Kindern den Traumjob zu finden!

Helft Euren Kindern den Traumjob zu finden!

Warum Eltern ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen sollten!  

 

Kinder, oder ich muss wohl besser sagen, junge Erwachsene um die 18 bis 19 Jahre sind nicht einfach - gerade wenn es darum geht, was sie nach der Schule mit ihrem Leben anfangen sollen. Das höre ich immer wieder von deren Eltern. Sie sehen schon deutlich erwachsener aus, als noch die jungen Erwachsenen der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Viele von ihnen haben während der Schulzeit ein Jahr in Australien, Argentinien, USA oder sonst einem weit entfernten Land der Welt verbracht. Auch diese Erfahrung hat sie reifen lassen. Und damit sehen sie nicht nur deutlich erwachsener aus, sondern sie wirken auch so. Aber.....

Eine Entscheidung für's Leben treffen!?

Die Wahl des künftigen Berufs und/oder das Studienfach ist die weitreichendste Entscheidung, die diese jungen Erwachsenen das erste Mal in ihrem Leben treffen müssen. Wieviel Einmischung der Eltern ist hier erlaubt? Eltern haben in dieser Phase (mal wieder) eine sehr undankbare Rolle. Denn wer hört schon gerne auf den Propheten im eigenen Land?  "Mama/Papa, du hast doch gar keine Ahnung!" und damit liegen sie oft gar nicht mal so verkehrt. Denn nicht selten hat die Elterngeneration der heute 18 bis 19 Jährigen ihren einmal gewählten Beruf nie verlassen und im schlimmsten Fall nie die Firma gewechselt. Aber selbst wenn die Eltern beruflich weit herum gekommen sind, wer von ihnen ist wirklich glücklich in seinem Beruf? Und hier vermischt sich dann die reale Erfahrung der Eltern mit der imaginären Frage "was wäre, wenn ich damals etwas anderes gemacht hätte". Denn nicht selten stehen Eltern zu der Zeit, in der es bei den eigenen Kindern um die Berufswahl geht, in der Mitte des eigenen Berufslebens. Und nicht weniger selten überdenken Eltern zu dieser Zeit sehr kritisch den eigenen Weg. Je nachdem wie freud- oder leidvoll der Weg der Eltern ist, umso mehr neigen sie dazu, diese Erfahrung auf ihre Kinder zu projizieren. Und hier gilt es, sich dies als Eltern bewusst zu machen. Ich bin ein großer Verfechter davon, die jungen Erwachsenen in dieser Phase der Entscheidungsfindung zu unterstützen - ihnen Wege aufzuzeigen. Ob Eltern als Pfadfinder geeignet sind, ist nicht pauschal zu beantworten. Meiner Erfahrung nach hängt dies in starken Maß von der Reflektionsfähigkeit und eines großen Erfahrungsschatz der Eltern ab. In jedem Fall ist es ratsam einen neutralen Dritten hinzu zu ziehen. Das kann ein guter Freund der Familie sein oder ein professioneller Coach. Denn dieser ist nicht in die Familiengeschichte involviert. 

 

Worauf es jetzt ankommt

Im Mittelpunkt steht der junge Erwachsene! Es gilt einen Zugang zu ihm zu finden und Vertrauen aufzubauen für die folgende Übung. Natürlich kann man nicht nach seinem Stärken-Schwächen-Profil fragen. Damit erntet man allenfalls ein Augenrollen. Vielmehr sollte man sich den Stärken mit folgenden Fragen nähern:

  • wofür lobt dich deine Mutter? 
  • wofür lobt dich dein Vater?
  • wofür lobt dich deine Schwester/dein Bruder? 
  • wofür lobt dich deine beste Freundin/dein bester Freund? 
  • wofür loben dich deine Lehrer? 

Es ist wichtig, alle Bezugspersonen einzeln abzufragen. Denn die Frage nach dem Lob anderer ist für Jugendliche ungewöhnlich und sie müssen oft zu Anfang eine Weile überlegen. Jugendliche sind erstaunlicherweise schon so auf negative Fragen zu ihrer Person geprägt, dass es ihnen schwerfällt, das Gute in sich zu sehen. Aus den Antworten gilt es dann Fähigkeiten und Talente abzuleiten. "Meine Mutter lobt mich immer dafür, dass ich den Müll heraus bringe." könnte für Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit stehen. "Meine kleine Schwester freut sich immer, wenn ich ihr bei den Matheaufgaben helfe und sie es dann kapiert hat." könnte ein Hinweis auf Empathie und Wissensvermittlungsgabe sein. Aus den Antworten kristallisieren sich damit Stück für Stück seine Talente heraus. Wichtig ist hierbei, dass man diese Übersetzung scheinbar belangloser Alltagsszenen in Talente mit dem Jugendlichen teilt. Du wirst dabei nicht selten ein ungläubiges Staunen und ein Strahlen im Gesicht des jungen Erwachsenen ernten. Es ist oft das erste Mal in seinem Leben, dass er eine Ahnung von seinen Stärken bekommt. Und das quittiert er dir mit einer großen Dankbarkeit. 

Bei den Schwächen verfährt man dann genauso wie bei den Stärken und fragt ab, über welches Verhalten die jeweiligen Bezugspersonen am meisten schimpfen. Hier kommen die Antworten meist sehr viel schneller. Aber man hat am Ende ein meist sehr rundes Stärken-Schwächen-Profil. 

Und jetzt gilt es noch die Perspektive des Jugendlichen mit der Frage nach "was machst du besonders gerne" abzufragen. Hier lohnt sich auf jeden Fall die tiefergehende Frage nach "was gefällt dir daran so gut?", denn es offenbart nicht nur die Motivation, die diese Betätigung in ihm hervor ruft, sondern auch seine Talente. Talente sind übrigens wie Muskeln - erst wenn wir sie trainieren, werden sie zu Stärken. 

Damit hat man nun ein wunderbares Bild der Talente und Abneigungen. Aber wie bildet sich daraus nun der Pfad für die berufliche Laufbahn? 

 

Wege im Labyrinth

Auf die Frage "was willst du denn nun werden" kommt selten eine klare Antwort und wenn doch, ist sie in jedem Fall mit den Talenten abzugleichen und der Beweggrund zu hinterfragen. Denn es kann gut sein, dass sich dahinter eine Fehlinterpretation oder Verklärtheit des Berufsbildes verbirgt, den der Jugendliche noch gar nicht erfassen kann. Ein Chefarzt hat einen langen und meist beschwerlichen Weg hinter sich, bis er diese Position erreicht hat und nicht allen Ärzten ist es vergönnt, diese Leiter zu erklimmen. Und so ist es mit fast jedem anderen Berufsbild auch. Ganz zu schweigen davon, dass nicht alle Berufsbilder auch noch in Zukunft Bestand haben werden. Viele davon werden ganz verschwinden. Neue werden entstehen, von denen wir heute noch keine Ahnung haben. Darum ist es aus meiner Sicht auch so wichtig für den Jugendlichen,  möglichst früh mit dem Reinschnuppern zu beginnen. Ferienjobs, Praktika sind eine wundervolle Möglichkeit dafür. Glücklich ist der Jugendliche, dessen Eltern sich hier einbringen und durch ihre Kontakte einen bunten Strauß arrangieren können. Ich höre euch jetzt sagen, dass das ja schön und gut ist, aber man kann doch sein "Kind zu nichts zwingen!". Point taken! Aber man kann ja auch erfinderisch sein. Was wenn, der gute Onkel Mike ganz dringend Hilfe in seiner Firma braucht und sein lieber Neffe Tom der einzige ist, dem er dies zutraut? Und da fielen mir noch tausend andere Strategien ein, den Jugendlichen aus der Reserve zu locken und für den Job zu begeistern. Hier ist Lockerheit gefragt und der spielerische Umgang mit dem jungen Erwachsenen. Und natürlich ein gutes Netzwerk. Denn es ist immer wieder erstaunlich, wer wen kennt, der jemanden kennt. Fragen hilft hier eindeutig! 

Es ist mir ein Herzensanliegen, dass Eltern ihre Kinder (denn das bleiben sie doch ein Leben lag) auf dem Weg in die weite Welt des Berufslebens hinaus genauso liebevoll unterstützen, wie sie sie unterstützt haben, als sie ihre erste Schritte getan haben. Auch wenn die Wahl der Mittel und Wege hierbei andere sein sollten oder gar müssen. 

 

In diesem Sinne, nehmt Eure Kinder an die Hand!

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